Die liebe Liebe

Dienstag, 4. Oktober 2005

Taschentuch- Brief

Ich schreibe hier auf einem Taschentuch, es ist so weich und rein.
Vielleicht ein wenig mitgenommen, beschmutzt worden auf dem Weg seines Lebens, bleibt es doch immer rein und sanft.
Es ist das Bild meiner Gefuehle fuer dich, die so rein und klar waren, anfangs, nur um dann, im Laufe ihres Daseins, Risse zu erleiden, befleckt, beschmutzt zu werden.
Ich schreibe diesen Brief auf meinen eigenen Gefuehlen, die, genau wie dieses Taschentuch, trotz allem noch das bleiben, was sie sind und waren und immer sein werden.

Liebe.

Freitag, 30. September 2005

Symbol der Liebe

Sie wuchs und wuchs die weinrote Rose, offizielles Symbol der Liebe, bis dass der Tag kam, an dem der Gaertner und Blumenladenbesitzer Herr Fior seine Blumenschere zueckte und sie, zusammen mit 19 ihrer Geschwister und ein wenig Gruenzeug in einen Strauss band. Der Tag war gekommen, an dem sie verkauft und ihrem Zweck, Liebe zu manifestieren und Emotionen zu schenken, zugefuehrt werden sollte.
Auf der anderen Seite des Verkaufstresens stand ein junger Mann, der hektisch immer wieder auf die Uhr blickte und laut ausatmete. Hat wohl Eile der Herr, dachte die Rose.
Der Herr bezahlte und trug seine 20 Rosen davon. Im Auto schmiss er sie auf den Ruecksitz, wo sie sofort zu streiten anfingen, da sie viel du dicht neben- und uebereinander lagen und das alles ueberhaupt so ungemuetlich und unbequem war. Die weinrote Rose hatte sich ihren grossen Tag aber romantischer vorgestellt. An ein frisch verliebtes Liebespaar hatte sie gedacht, einen Mann der sie mit Obacht und Vorsicht behandeln wurde, damit sie in ihrem besten Zustand bei seiner Geliebten ankommen wuerden. Aber da hatte sie sich wohl getaeuscht.
Das Auto stoppte mit einem so heftigen Ruck, dass die Rosen von der Rueckbank auf den Autoboden fielen. Der junge Mann entfernte veraergert ein abgeknicktes Blatt aus dem Strauss und eilte dann, mit den Rosen im Arm, auf ein nahestehendes Haeuschen zu. Er zog seinen Anzug zurecht und drueckte dann auf die Klingel.
Eine huebsche, junge Frau mit rabenschwarzen Haaren oeffnete die Haustuer, erkannte ihn und - anstatt ihm in die Arme zu fallen - musterte ihn feindselig. Selbst als ihr Blick auf die Rosen fiel, wurde er nicht weicher. Keine Liebe? fragte sich die Rose verwundert.
Wohl nicht. "Bitte..." stammelte der junge Mann, aber die Frau liess in nicht zu Wort zu kommen "Bastardo, figlio di puttana, non ti azzardare proprio, non voglio vederti più, vattene via !!" bruellte sie und die Rose verstand - auch wenn sie eigentlich nichts verstand - dass sie wohl sehr veraergert sein musste.
Die feurige Dame hatte mittlerweile die Haustuer mit Wucht zugeschlagen und den jungen Herrn etwas bedroeppelt stehen lassen.
Doch schon nach einigen Sekunden fing er sich, sah auf die Uhr, legte die Rosen mit eiligen Bewegungen vor die Haustuer, schrieb hastig etwas auf ein Zettelchen, das er dazu legte und rannte dann zum Auto. Mit quietschenden Reifen fuhr er ab.
Mit Muehe konnte unsere Rose entziffern, was auf dem Zettelchen geschrieben stand:
Tut mir leid fuer alles, muss jetzt aber zur Arbeit, werde dich anrufen wenn ich Feierabend habe, es wird aber wohl wie immer recht spaet. Bis dann.

Montag, 26. September 2005

Steitgespraech II

(was danach geschah)

Sie: Bist du noch sauer?

Er: Nein. Ich war auch eigentlich gar nicht sauer.

Sie: Wie du warst nicht sauer ? Du hast mich voll bloede angemacht.

Er: Ich hab dich doch nur gefragt, warum du nicht angerufen hast. Wieso hast du dich denn gleich angegriffen gefuehlt ?

Sie: Wahrscheinlich hatte ich ein kleines schlechtes Gewissen...

Er: Du haettest dich doch nur entschuldigen brauchen.

Sie: Naja, entschuldigen. Wofuer denn ?

Er (grinsend): Wenn schon nichts anderes, dann einfach, um den Hausfrieden gerade zu halten.

Sie(grinsend): Wahrscheinlich hast du recht.

Und am Ende liebten sie sich doch und lebten gluecklich und zufrieden (mehr oder weniger) bis an das Ende ihrer Tage...

Streitgespraech

Er: Du bist aber spaet dran.
Sie: Ja, ich habe Mark noch geholfen.
Er: Ich hab mir ganz schoen Sorgen gemacht, weil du nicht angerufen hast.
Sie: Ich hatte mein Handy leider nicht dabei. Sonst haette ich dich natuerlich angerufen.
Er: Wenn du's dabei gehabt haettest, haette ich dich angerufen.
Sie: Du haettest ja auch bei Mark anrufen koennen, du hast doch seine Nummer.
Er: Hab ich ja versucht, aber er hatte kein Netz.
Sie: Ach so.
Er: Haettest du nicht sein Handy nehmen und mir eben Bescheid sagen koennen ?
Sie: Na, du konntest dir ja auch denken, dass ich ihm noch helfe. Ausserdem hab ich gedacht, wenn du dir Sorgen machst, wirst du schon bei ihm anrufen. Du wusstest doch, dass ich mit ihm zusammen war.
Er: Hab ich ja versucht.
Sie: Ich konnte ja nicht wissen, dass Mark kein Netz hatte.
Er: Ja, es war dir ja anscheinend auch egal.
Sie: Du machst das doch auch immer so.
Er: Wie bitte ?
Sie: Wenn du zu spaet kommst und ich mach mir Sorgen, sagst du doch immer..
Er: Du kannst mich dann ja anrufen !
Sie: Genau. Und dasselbe hab ich halt auch gedacht.
Er: Das ist aber was ganz anderes !!
Sie: Wieso das denn ?
Er: Weil ich sowas staendig mache, du aber nie.
Sie: Ach so. Du darfst also, und das auch noch "staendig", aber ich darf nicht, oder was ? Das ist ja echt toll.
Er: Bei mir gibt's ja auch hundert Moeglichkeiten, wo ich sein koennte.
Sie: Genau. Das ist doch viel schlimmer. Bei mir gab's heute nur eine: Ich war mit Mark noch im Buero !
Er: Dir ist es doch scheissegal wenn ich mir Sorgen mache !
Sie: Na, dir doch auch. Da siehst du mal wie das ist. Und du machst sowas fast jeden Tag !
Er: Ich bin ja auch schon 26 und du erst 20.
Sie: Was soll das denn heissen, he ? Ich bin auch kein Kind mehr !!

Tuerenknallend stuermt sie aus dem Zimmer.


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