Dienstag, 27. September 2005

Von Ehrgeiz und Lustlosigkeit

Ich will Autorin werden! ruft mein Ehrgeiz aergerlich und setzt sich vor den PC um endlich mit dem Schreiben weiter zu machen.
Ich hab aber grad keine Lust. haelt die Lustlosigkeit, in spontaner Solidaritaet mit ihrem Namen dagegen. Dabei wirft sie einen sehnsuchtsvollen Blick auf das Bett.
Wie eintoenig du bist, immer dieselbe Leier. Nu raff dich doch mal auf! der Ehrgeiz laechelt ermutigend und oeffnet die aktuellste Schreib-idee-datei.
Ooch, muss das denn jetzt sein ? Wir haben doch noch den ganzen Tag Zeit. Guck doch erst mal was so im Fernsehen kommt! Auf ihre ganz eigene Art und Weise ist die Lustlosigkeit auch irgendwie ehrgeizig. Wenn sie erst mal ein Ziel hat - in diesem (und fast jedem anderen) Fall das in die Roehre glotzen - gibt sie nicht so schnell auf.
Anstatt unsere Zeit mit streiten zu vergeuden koennten wir schon laengst am Schreiben sein! noergelt der Ehrgeiz und zieht eine Schmollgrimasse.
- Ja, oder gemuetlich vorm Fernseher sitzen!
- Faengt das schon wieder an ?
- Wir haben doch noch Zeit, wir sind doch noch sooo jung.
- Du bist ein faules Stueck! Niemals wirst du irgendwas auf die Reihe kriegen, niemals!
- Was glaubst denn du, wenn du dich hier hinsetzt und dumme Texte schreibst wirst du mal beruehmt? Ganz schoen ingebildet!
- Das glaube ich ja nicht, jetzt wirst du auch noch frech mit deiner Faulheit!
- Ich bin gar nicht faul, ich hab nur jetzt, in diesem Moment, grad ueberhaupt keine Lust!


Und damit das nicht ewig so weitergeht, trenne ich die beiden, greife zu einem Buch und lese lieber - anstatt zu schreiben. Ersticke ihre Stimmen die rufen So wird nie was aus dir! und Schon wieder lesen? in den Geschichten meiner imaginaeren Wegbegleiter, bis es Zeit geworden ist, alles auf morgen zu verschieben.

Sklaverei

Hey du, sagt Marie zu Ariel, nimm mal meine Tasche und trag sie da rueber, ich will mich naemlich umsetzen.
Ariel senkt den Kopf, nimmt die Tasche und traegt sie zur anderen Seite des Klassenraums, waehrend Marie weiterhin in ein Gespraech mit einem ihrer Schwaerme versunken ist.
Ariel, rufe ich sie zu mir, wieso traegst du denn Maries Tasche durch die Gegend?
Wir sind Freundinnen, antwortet Ariel voller Stolz.
Ach so, denke ich, und ueberlege, wann ich Marie das letzte Mal Ariels Tasche herumtragen sah.
Noch nie.

Experimente einer jungen Schreiberline

O NO! Meine Feder hat sich selbststaendig gemacht!!

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